News vom: 20.03.2011
Wesfälische Nachrichten
Blind Date Cooking -
Geschäfte hinterm Gasherd
Von Uwe Renners
„Peter Schneider (2. v. r.) und Eva Vischedyk (r.) kochen nicht das erste Mal zusammen, für den Rest der Truppe ist nicht nur das Essen eine Überraschung. [Foto: Uwe Renners]
Münster - Kochen, neue Leute kennenlernen und Geschäfte machen? „Geht“, sagt Sonja Schrapp. Zum 20. Mal lädt sie in diesem Monat zum Blind-Date-Cooking ein. „Das ist kein Verkupplungsevent“, stellt sie klar. Wobei verkuppeln dann doch ein bisschen stimmt.
Schrapp ist ein Multitalent: Sie ist Personalcoach, Sängerin und spielt Theater. Nicht die schlechtesten Voraussetzungen, um Menschen zusammenzubringen. Die regeln vorher per Mail oder Telefon, was gekocht werden soll, treffen sich dann an einem Samstag, gehen zusammen einkaufen und kochen anschließend miteinander in einer vorher verabredeten Wohnung eines Teilnehmers. „Da sind viele Freiberufler oder andere Selbstständige dabei, die neue Kontakte suchen. Aber auch Paare und Leute, die neu in die Stadt gezogen sind“, erklärt Schrapp.
Viele von ihnen hätten wenig Zeit und verbänden so Beruf und Freizeit miteinander. „Da werden Visitenkarten ausgetauscht, und es sind auch schon manche Kooperationen entstanden“, weiß sie. Und ja, es haben sich auch schon Männer und Frauen kennengelernt, die sich ein zweites, drittes und viertes Mal getroffen haben.
So wie Peter Schneider. Er kommt aus dem Ruhrgebiet und hatte mal eine Friedhofsgärtnerei. Jetzt hat er einen Hausmeisterservice und noch ein paar Pläne in der Schublade, die er gerne umsetzen würde. Seine Lebensgefährtin Eva Vischedyk ist Mode-Designerin. Beim Kochen haben sie zwar keine gemeinsame Geschäftsidee gehabt, waren sich aber trotzdem sympathisch. Mittlerweile kochen sie zusammen, auch beim Blind-Date-Cooking.
Grafik-Designerin Kitty Heider kommt schnell ins Gespräch mit dem Ruhrpottoriginal. Der wird nämlich für seine neue Geschäftsidee sicher auch Flyer und Logo brauchen. „Wenn es so passt, dann ist es ideal“: Sonja Schrapp freut sich über jede gelungene Koch-Konstellation. „Das ist immer spannend“, berichtet sie. Manchmal geht es nach dem Kochen dann noch zur After-Koch-Party. „Es passiert aber auch immer wieder, dass manche Gruppen dort nicht erscheinen“, weiß sie. Nicht, weil die Leute froh sind, endlich nach Hause zu kommen, sondern weil sie sich festgequatscht haben.
[Quelle: Westfälische Nachrichten]







